Stachus München

Vom Karlsplatz zum Stachus

Selbst ein sakrisch heißer Sommer hält sie nicht davon ab, freiwillig mitten ins Herz des brodelnden Millionendorfs München zu kommen, weder die Einheimischen, noch die Touristen. Weil genau an diesem zentralen Platz der bayerischen Metropole ein riesiger Brunnen für Abkühlung sorgt, und besonders Gewitzte springen umgehend juchzend ins kühle Nass.

Brunnen am Karlsplatz / Stachus in MünchenZum Glück ist aber auch das innere Benetzen bestens machbar am Stachus, der eigentlich Karlsplatz heißt: Am nördlichen Rand, im Alten Botanischen Garten, gibt es das Parkcafé, das nach zwischenzeitlichen Dornröschenzeiten seit ein paar Jahren wieder boomt. Hinter dem schmucken neoklassizistischen denkmalgeschützten Gebäude an der Sophienstraße lädt der riesige Biergarten zur Brotzeit unter Bäumen. Der Tempel mit den eckigen Säulen ist endlich nicht mehr nur nächtliches Anlaufziel für die aufgemotzte Starnberger Schicki-Jugend. Gut, auch Playboy-Gründer Hugh Hefner fand es hier einst samt seinen Blondinen nicht uninteressant. Nun aber dürfen endlich vom Morgen bis zum Abend all die Menschen dort hocken, die das spezifisch münchnerische Biergarten-Flair viel schöner als Urlaub an exotischen Plätzen finden.

Wie der Stachus zu seinem Namen kam

Der nicht minder exotische Name dieses Verkehrsknotenpunkts hat übrigens auch mit Gastronomie zu tun: Einkaufszentrum am Stachus / Karlsplatz in MünchenStachus kommt von Eustachius, und das ist ein alter bairischer Vorname, den wiederum der Wirt des Wirtshauses "Stachusgarten" am Karlsplatz trug und dem Lokal auch nach seinem Tod weitervererbt hat. Das war Ende des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit griff Kurfürst Karl Theodor heftig in die Optik des Platzes ein, der vor dem damals schon 600 Jahre alten Neuhauser Tor (heutiger Anfang der Fußgängerzone zum Marienplatz) liegt.

Er ließ die kleinen Trödelmärkte entfernen, wo schwedische Soldaten ihre Beute aus Münchner Häusern feilboten, und die schöne, halbrunde Häuserzeile errichten, die bis heute jede zweite München-Postkarte ziert. Auf den Postkarten ist oft auch das architektonisch spannende, als "Pini-Haus" bekannt gewordene, heute Imperial-Haus genannte Dreiecksgebäude zu sehen. Hier arbeiteten ein paar Jahre lang die Journalisten der Nachrichtenagentur Associated Press direkt oben unter dem Dach in Räumen mit recht ungewöhnlichen Grundrissen. Dahinter und auch schräg gegenüber gibt es große Kaufhäuser, eins zieht sich bis zum Hauptbahnhof.

Da geht´s zu wie am StachusKarlsplatz / Stachus in München

"Da geht´s zu wie am Stachus", sagen die Münchner immer dann, wenn die Verhältnisse aus dem Ruder zu geraten drohen.Immerhin gilt der Stachus als verkehrsreichstes Straßenkreuz Europas - und wer am Steuer ist und nicht mit huntertprozentiger Aufmerksamkeit Straßenführung und Abbiegespuren beachtet, der, so würde mancher Münchner - sollte es sich bei dem Fahrer womöglich um einen Preußen handeln - überaus schadenfroh anmerken: "Der g´hert da Katz." Den packt sich der Kater.

muenchen-insider.netAuf einen Blick
Javascript is required to view this map.

Karlsplatz (Stachus)
Karlsplatz
80331 München


Kommentare

Kommentar hinzufügen

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen